Yahoo! wird semantisch
Na ja, ein bisschen zumindest. Die Internetsuchmaschine Yahoo! ermöglicht es mit Hilfes des neuen Dienstes Yahoo! SearchMonkey den Anbietern von Inhalten, ihre Seiten auf semantischer Ebene indizieren zu lassen.
Dabei handelt es sich nicht um eine “echte” semantische Indizierung, sondern um genau das, was gemeinhin als “Semantic Web” bezeichnet wird. Damit greife ich einem Thema vor, das ich noch in einem anderen Beitrag genauer erläutern möchte.
Dabei greift der veröffentlichende Mensch, der weiß, was welche Bedeutung hat, der Maschine unter die Arme. Er kennzeichnet seine Inhalte mit Hilfe eines speziellen Markups, beispielsweise mit Microformats oder per RDF oder weiteren XML-Derivaten. Der Mensch nimmt hier die semantische Annotation gewisser Teile seines Inhalts vor und greift dabei auf bestimmte Standards zurück - die natürlich erst einmal existieren lassen. Für Adressdaten zum Beispiel funktioniert etwas schon sehr gut. Wenn ich aber nun statt meiner Adresssdaten ein Kuchenrezept als meine Adresse kennzeichne? Ich denke, hier wird sehr deutlich, dass das Semantic Web erst einmal nur eine Krücke, aber immerhin eine Brücke in die Zukunft einer semantischen Datenverarbeitung ist.
Das Ganze hat fast noch ein wenig den Charakter einer Datenbank, die sich aus den eingelesenen Daten selbst organisiert, aber auch auf andere Weise eingelesen werden oder - vom Umfang einmal abgesehen - manuell eingegeben werden könnte. Spannend wird es, wenn man diese Daten dann mit dem eigentlichen semantischen Wissen verknüpft, also z.B. mit einer eingegebenen Frage in Zusammenhang bringen kann. Nützlich könnte eine solche Vorstrukturierung beispielweise auch für die letzte Woche gestartete semantische Suchmaschine Powerset sein.
Yahoo! SearchMonkey bietet den Webentwicklern alles an Informationen an, was sie brauchen, um aktiv mitzuarbeiten. Die Benutzer sollen so aktiv Einfluss auf die Suchergebnisse und deren Präsentation nehmen können. Sie können sogar eigene Applikationen bauen, wenn ihnen die vorhandenen Data Services nicht ausreichend sind.
Mein erstes Fazit dazu: Yahoo! SearchMonkey spricht vorerst weniger den Feld-, Wald- und Wiesen-Webmaster an. Weder in den gängigen Editoren noch dem Großteil der CMSe am Markt dürfte ein entsprechendes Markup überhaupt enthalten sein. Hier ist also zunächst Handarbeit angesagt, was das Coden angeht. Im Vorteil sind diejenigen, die bereits jetzt auf XML bzw. RDF setzen oder schon Microformats (etwa XING) integriert haben. Zwei Faktoren sprechen gegen eine explosionsartige Verbreitung in Deutschland: Erst einmal müssen sich diese neuen Möglichkeiten in der Gemeinde der Webmaster und Suchmaschinenoptinierer - für letztere sollte das Thema eigentlich hochinteressant sein - herumsprechen. Der zweite Faktor liegt in der derzeitigen Marktbeherrschung des Yahoo!-Konkurrenten Google in Deutschand, dessen Marktanteil bei etwa 90% liegt. Viele Leute denken, dass es sich gar nicht mehr lohnt, sich auf spezielle Eigenheiten einer Suchmaschine einzustellen, deren Marktanteil im eigenen Land und bei der eigenen Zielgruppe bei deutlich weniger als 10% liegt.
Ich persönlich finde die neuen Möglichkeiten nichtsdestotrotz sehr spannend und werde mich mal ans Testen begeben, so weit ich neben meiner Lernerei die Zeit dafür finde. Für die Zeit nach meinen mündlichen Prüfungen weiß ich jetzt jedenfalls, was ich dann tun kann.
Der einzige Wermutstropfen: Dieses Blog ist noch etwas zu neu, als dass ich auch ein Päckchen von Yahoo! hätte bekommen können, wie etwa die Herren hier, hier, hier und hier. Aber auch andere haben schon einfach so berichtet, wie der Bloggonaut, handelskraft.de, netzwertig.com, Uwe Tippmann, entwickler.de und der Inhouse-SEO.
Ein Kommentar für “Yahoo! wird semantisch”
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[...] dem geringen Marktanteil in Deutschland wäre. Ich habe mich jedoch dafür entschieden, das Thema Yahoo! SeachMonkey in meinem Semantik-Blog abzuhandeln, da es für mich persönlich eher dort hin passt. Geschrieben von Sonja Kraus in [...]
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